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Scene Wien
Auszüge einer Nacht
Lukys Bio E-Mails an LUKY:
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Das Comeback des Jahres 1987 (8. Mai): Luky war endlich wieder back on Stage. Und wie. So gut, wie die Wild Dogs nie waren. Und die waren schon gut, zumindest für diese Gegend hier. Luky hatte "seine Band" gefunden. Martin Auzinger, ein Gitarero, der auch virtuos trillern und wieselflink und mit Feeling die Bünde rauf und runter flitzen konnte. Klaus Dannerbauer, besser Donnerpower, am Keybord, der mit seinem wuppernden Sound genau richtig dazwischen perlte. Eine groovende Rhythmusmaschine am Bass, das Beste, was das Linzer Bruckner Konservatorium an diesem Instrument je in Sachen Rock ausgespuckt hatte, getauft auf den Namen Wolfgang Litterak. And last not least: Lukys damals noch an Statur immens zartes, aber bereits bärigst aufspielendes noch nicht 13jähriges Söhnchen an der Schießbude, Alvin Schrempf, von Alvin Lee inzwischen für seine Band vereinnahmt und umgetauft in "Wild Thing" Alvin Shane. Endlich war wieder etwas los in meiner Gegend in Sachen heimischer Rock & Blues-Power. Und die neuen Nummern brachten Stimmung in die Säle. Mit geilen deutschen Texten, wie beim "Potenzschwierigkeiten - Heit geht bei mir überhaupt nix mehr Blues" oder beim "Dreckfotzenfritz" ließ Luky die Hallen wieder kochen. Und die Draufgabe, das rockige "Sweet home Chicago" konnte auch mit internationalen Sounds jederzeit mithalten. Und was für mich persönlich am Wichtigsten war, ich konnte abends wieder nach den Proben mit netten Rockjungs herum ziehen, die auch meine Musik mochten. Das ist hier in Linz ja nicht so einfach. Hier fuhr früher ab 73/74 der Großteil der Leute auf Disco ab, heute sind sie dem Techno und dem Hip Hop ergeben. Das ist natürlich überall so. Aber Linz, ein kleines Nest von einer Industriestadt, war und ist extrem auf diesem Gebiet. Nicht gerade einfach, hier jemanden zu finden, der blaues Bluesblut in seinen verkorksten, mitteleuropäischen Möchtegern-Humanismus-Adern hat. Schließlich prägt der Sound, den man hört, auch den Charakter. Ausnahmen gibt es natürlich, klar. Aber meist kann man da lange suchen. Da war es auf dem Land draußen schon leichter, im tiefen Mühl-, Traun- oder Innviertel. Dort sind die Leute in den Lokalen nicht ganz so über-drüber-etepetete-cool gestrickt. Da gab es immer einen Geheimtip, das CC (Coffee Corner) in Eberstallzell. Aber da war man eine gute Stunde unterwegs und ich weiß nicht, wie viele Hasen und Rehe ich da auf der Strecke in all den Jahren erlegt habe. Ich habe einen Freund, den Ali, (den könnt Ihr auf meiner Bildergalerie in der Lyrik-Homepage beim Tennisspielen bewundern, ist echt ein Talent, das sieht man auf den Fotos sofort), der hat sich nach einigen Karosserieschäden jedes Mal standhaft geweigert, selbst zu fahren. Naja, suder o suder. Aber es ist ja wahr. Es gibt hier im Umkreis von 50 Kilometern kaum ein Lokal, in dem ich meine Musik hören kann. Und heute geht es sowieso nur noch bum-bum-bum.
Fotos: Christian Graf, Wels
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