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Scene Wien
Auszüge einer Nacht
Lukys Bio E-Mails an LUKY:
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Erste Begegnung mit Luky 1973 habe ich, 16-jährig, zuerst Uriah Heep gesehen. Wahnsinn. Ich war echt begeistert. Damals war das ja nicht so üblich, wie heute, dass uns die großen Bands mit ihren Gigs manchmal geradezu erschlagen hätten. Man musste da schon lange warten, bis eine internationale Truppe nach Österreich kam, oder man musste nach München, Frankfurt usw. fahren. Und mit der Kohle sah es bei mir auch nicht gerade rosig aus. Mit dem 100er Taschengeld im Monat bzw. dann mit dem bisschen Lehrgeld konnte ich nicht gerade weit springen. Aber zu der Zeit damals hatte ich gerade einige Leute kennen gelernt, die mich dann immer hinten hinein gelassen haben, oder ich habe mich selbst schon am frühen Nachmittag hinten während der Aufbauarbeiten an den Roadies vorbei in die Hallen geschlichen und dann bei irgend einem Typen, der mir dort wichtig vorgekommen ist, auf wichtig gemacht, oder ich habe die Roadies gefragt, ob ich ihnen helfen soll, die haben meist gedacht, ich gehöre zum Hallenpersonal, und die wiederum haben dann gedacht, ich gehöre zu den Roadies, bis dann diese Geschichte mit den Packstage-Pässen aufgekommen ist. 10 Tage später kamen Deep Purple nach Österreich. Noch mehr Wahnsinn. Endlich sah ich einmal einen der besten Gitarristen live. (Ihr müsst wissen, ich stehe irrsinnig auf Gitarrensound. Musik ohne eine geile Gitarre kommt mir immer etwas langweilig vor. Hat keinen richtigen Drive.) Emerson, Lake & Palmer, ein paar Wochen später standen dann noch leicht darüber. Doch dann kamen TEN YEARS AFTER nach München. ALVIN LEE fegte über die Seiten, wie noch nie ein Gitarrist zuvor. Seine spinnenhaften Speedfinger bogen die Seiten so klar tönend verzogen hoch, wie ich dies dann lange, lange Zeit bei keinem anderen Gitarrero mehr so wunderschön gesehen und gehört habe. Und trotz seiner Schnelligkeit hatte er ein unglaubliches Bluesfeeling. Und an der Seite meines Gitarrengottes blies ein LEO LYONS einen Bass, der die Bauchwände sprengte. Wenn man einen guten Platz hatte, so in der Mitte vor der Bühne, dann fuhr einem sein Sound vom Boden herauf zwischen den Beinen durch in die Magengrube. Man hatte ein Gefühl, als wäre jeder einzelne seiner Töne ein kleiner Faustschlag. Einfach irre, dieses Feeling. Darüber legten sich dann immer wummernde Melodiefetzen einer Hammond der Geniefinger eines CHICK CHURCHILL, und einer der für mich fünf besten Drummer der Welt von damals, RIC LEE, forcierte diesen boogie-woogie-verbluesenden Power-Rock-Sound mit seinem treibenden, nahezu unnachahmlichen Gefühl für Zeit. Dazu kam noch das wandelbare Vokal von Alvin. Er versengte mit seinem Tonstakkato meine Gefühlsenden und blieb über 1 1/2 Jahrzehnte mein Über-drüber-Hero. Kein anderer Gitarist hatte da noch einen gleichwertigen Platz daneben. Nicht umsonst hat man ALVIN u.a. "Mister Speedfinger", "Fastest Guitar of the West" oder "Mister 1000 Voices" genannt. Ich war zum Irren verdammt. Die Hälfte der Musik, die ich damals über Jahre hinweg täglich hörte, war lee-lastig. Um den Rest der Zeit stritten sich Deep Purple, Jimi Hendrix, The Doors, The Allman Brothers Band, Lynyrd Skynyrd, Marshall Tucker Band, The Cream, Joe Buchanon, Frank Zappa, Traffic, Colosseum, David Bowie, Crosby, Stills, Nash & Young, Santana, Jefferson Airplane, Buddy Guy, Freddy King und viele andere. Zum Entspannen gab ich mir Kris Kristofferson, Bob Dylan, Ry Cooder, J.J. Cale und die guten alten Stones. Zeitweise fuhr ich auch auf Thelonious Monk, Keith Jarrett, Carla Bley, und diverse ab. Aber wie gesagt, Alvin Lee war mein absoluter Hero, neben Jimi Hendrix. Ich habe dann so mit siebzehn LUKY SCHREMPF kennen gelernt, der stand noch mehr auf Alvin, als ich. Ich habe keine Ahnung, wie viele echte Lee-Freaks es in Österreich damals gegeben hat, sicher nicht sehr viele, und dann gab es da in diesem Hörsching, das damals ja noch mehr ein Bauerndorf war (kein Vergleich mehr mit der modernen, lebenswerten Marktgemeinde von heute), gleich zwei davon. Ihr müsst wissen, ich stamme auch aus Hörsching. Der LUKY hatte damals diese irre Band W.D.i.A. (Wild Dogs in Action), und mit denen spielte er sicherlich den härtesten Rock-Blues mit den frechsten deutschen Texten in ganz Österreich. Den Intis waren seine Texte natürlich immer zu gewöhnlich, wohl weil zu realitätsbezogen. Die träumten ja damals, wie teilweise auch heute noch, Ihren weit abgehobenen Traum von einer für mich geistesklerikal und frigide anmutenden Gutmenschen-Welt. W.D.i.A. spielten u.a. auch Lee-Nummern neben ihren eigenen und den geilen, alten schwarzen Blueshadern von Freddy King, Sonny Boy Williamson usw. Also war ich ab nun auch LUKY-geschädigt. Ich habe kein W.D.i.A.-Concert ausgelassen und ging dann der Band immer in den Proben auf den Geist, weil ich meine Ideen immer einbringen wollte.
Alle lachen. Luky winkt mit der Hand, ich soll herein kommen. Grinst über das ganze Gesicht. Ich hinein, die Türe hinter mir zu, wie es sich für Leute gehört, die zu Hause Türen haben und keine Kartoffelsäcke. Also ich da hinein und es schlägt mir gleich einen Duft entgegen. Aaah, ich ziehe den Duft durch die Nase, rieche zwei mal und weiß: sowohl x- als auch y-Chromosomen! So viel wusste ich damals schon, war ja schwer vergeben. Dann sehe ich auch schon den Kopf und die Schultern von einem vierten Typen, alles heftig in Bewegung, ein Gesicht hebt sich mir entgegen und ich kann der Mimik und den glänzenden Augen eine völlige Leere entnehmen und wieder weiß ich: Da hat sich jemand gerade extrem wohltuend erleichtert. Ich zögere, wo bin ich denn da hin geraten. Puuh. Mein Blick hat wohl Bände gesprochen. Der Luky: Nein, bleib da. Wir sind schon fertig. Kommst gerade recht. Ich zögernd näher. Der Typ, es war der damalige Bassist, richtet sich auf, steckt seinen Pimp in die Hose und grinst mich an. Da sehe ich ein verdammt hübsches Mädchen auf der Couch liegen, die Beine weit gespreizt. Alle schauen mich an, auch sie. Einer von ihnen zu ihr: Na, einer geht noch, oder? Sie: Immer. Ich: Nein, nein. Irgendeiner: Du kommst genau richtig. Kannst gleich Deine Unschuld abbauen und lacht. Zur Lady: Der ist noch Jungfrau. Sie: Echt, super, komm Kleiner, is´ nicht schwer. Rutscht eh, tuat net weh. Ich einen Schritt näher, irgendwie zog es mich hin. Gleichzeitig sagte ich: Ne danke, ich bin schwer vergeben und (betont): ICH BIN KEINE JUNGFRAU MEHR! Das wollte (musste) ich feststellen. Ich war damals echt schwer verliebt, und wenn ich verliebt war, dann war ich immer auch ein treuer Junge. Daran hat sich auch nie was geändert. Da krieg ich vom Fredl, das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, einen kräftigen Stoß ins Kreuz. Ich flieg also halb über die nackte Lady, stütze mich mit beiden Händen über ihr an der Couchlehne ab und sehe alles. Der Saft rinnt unten heraus, der Stoffbezug nass, mindestens einen halben Meter um ihren Hintern herum. Ein Graus. Eine halbe Jungfrau noch, und verliebt, Ihr könnt Euch vorstellen, was ich fühlte. Brrrh. Sie schaut mir tief in die Augen, grinst und sagt: Do muaßt eine, Bua, do muaßt eine, haha. Und zeigt dabei zwischen ihre Beine. Hinter mir: Nau zah di net so, Bua, haha. Und da kriege ich wieder einen Stoß ins Kreuz. Peng, lieg ich auf der Lady und mitten im Saft. So schnell war ich noch nie hoch, sie aber umschlingt meine Hüften, eisern. Wo die die Kraft her hatte, keine Ahnung, so zart wie die gebaut war. Obwohl sonst natürlich alles gestimmt hat. Da hing also dieses glitschige Ding an mir, und ich krieg wieder einen Stoß. Hinter mir lacht alles. Ich liege also wieder im Saft, mit einer Hand habe ich mich mitten im gatschigen Stoffbezug abgestützt. Ein Wahnsinn für mein Hirn damals. Ich suche mit dieser nassen Hand also Halt, irgendwo oben auf der Lehne. Wieder hoch, mitsamt der Lady, die hängt wie eine Klette an mir und lacht. Hinter mir lacht ebenfalls alles. Ich war echt verzweifelt. Sie wieder: Schau Bua, do muaßt eine, do muaßt eine, lacht und zeigt zwischen ihre Beine. Auch hinter und neben mir lachen alle. Ich wiederhole mich: Ne danke, ich darf nicht, ich bin echt schwer vergeben, glaub mir, glaubt mir usw. Und ich bin echt keine Jungfrau mehr! So echt verzweifelt. Haha: Kumm Burli, ziag de net, geht ganz leicht. Puuh. Was tun? Keine Ahnung. Selten war mir etwas so peinlich und gleichzeitig so zuwider. Es gab dann noch ein Geschubse und Gerangel, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft. Allerdings war meine Hose und die Jacke ziemlich bekleckert. Mit Probe war dann natürlich nichts mehr an dem Abend. Ich bin dann mit der Band und der Lady ins nächst gelegene Lokal auf ein Bierchen oder auch mehr gegangen. Abende mit den W.D.i.A. standen ja meist immer unter dem Motto: Bier, Wein, Weib, Gesang und vor allem von Geschichten. Dies war also mein erster Einstieg in die wilde Geschichte des Luky Schrempf und seinen W.D.i.A. Später habe ich dann erfahren, dass die Band wieder einmal eine Sängerin per Annonce gesucht hat, und da hat sich die damalige Miss Oberösterreich gemeldet. Die hat gleich am ersten Abend die halbe Band vernascht. Und mich fast dazu. Gesungen hat sie aber nie, zumindest nicht auf der Bühne. Ich war damals verdammt heiß auf die Geschichten von Sex, Drugs & Rock ´n Roll. Zu der Zeit gab es diese irre Zeichnung von den Rolling Stones im Flugzeug mitten in einer schönen Rock ´n´ Roll-Orgie. Die hing damals über meinem Bett, und da wollte ich immer irgendwie hin. Auch wenn mir das Ganze nicht ganz geheuer war, aber träumen soll ja erlaubt sein. Ab nun war ich also mitten drin, leicht abgewandelt zwar, aber ich war mitten drin im SEX, ALK & ROCK ´N´ ROLL in Austria . Und über das "Warum" dieser leichten Abwandlung werde ich Euch demnächst eine schöne Geschichte erzählen.
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