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The guitar is cryin´

ALVIN LEE-
Bio

and the Story of

TEN YEARS AFTER

Alvin + Chick jubeln Leo beim Solo zu

Seiltanz auf 6 Saiten!

Eine Rockgeschichte von Luky Schrempf
(Für das Netz adaptiert und überarbeitet von Lothar Krist)

2. Teil: Die Solo-Projekte und 1. TYA-Reunion
(1973 - 1984 (in Arbeit))

ALVIN ging 1973 in der zweiten Jahreshälfte auf Bandurlaub und spielte neben Peter Frampton, Rory Gallagher und dem nicht verwandten Albert Lee bei einem weiteren, legendären Namensvetter: Jerry Lee Lewis  bat zu seinen "LONDON SESSIONS" . Die inspirierten Sitzungen müssen ALVIN davon überzeugt haben, dass Fast Fingers und Long Tours nicht alles im Musikleben bedeuten.

Alvin Lee & Mylon Le Fevre - On the road to freedom

Auch noch im Jahr 1973 nahm ALVIN erstmals in seinem nagelneuen "SPACE-Studio" das countrybetonte, hervorragende Softsound-Album "ON THE ROAD TO FREEDOM" zusammen mit dem amerikanischen Gospelsänger  MYLON LE FEVRE  auf. (Der gute Mann ist heute ein viel gefragter Prediger in den USA, wohl weil er so eine geile Stimme hat.) Illustre Gäste waren bei diesem optimalen Solowerk der Beatle  Georg Harrison, der Rolling Stone  Ron Wood,  Mick Fleetwood, sowie  Stevie Winwood  und  Jim Capaldi  von den ebenfalls legendären Traffic.

CHICK CHURCHILL beteiligte sich 1975 noch an der Rockrevue  FLASH FEARLESS, arbeitete als Studiomusiker und schrieb String-Arrangements.  LEO LYONS  wurde Produzent und trat schon bald erfolgreich mit den Hardrockern  UFO  in Erscheinung.  RIC LEE wurde Publisher, jobbte in Drumclinics und Workshops als Schlagzeuglehrer, bis er sich später von Stan Webb zu einer Wiedervereinigung von  CHICKEN SHACK  überreden ließ.

ALVIN LEE setzte seine Sololaufbahn mit  ALVIN LEE & CO.  und der LP  "PUMP IRON"  fort. Diese wiederum leicht countrymäßig, gewürzt mit kräftigen Stones Rock ´n´ Roller, wie  "Truckin` down the other way"  oder der wunderschönen Slowballade  "The darkest night" oder psychodelicdüster im Alptraum  "Let the sea burn down".

Inzwischen hatte sich auch mit der Zeit der Musikgeschmack der Jugend auf die bereits nächste Generation überlagert, weltweit hielt das Discozeitalter Einzug, die Sounds verflachten zu puren Rhythmus- und Dancecollagen, und für ALVIN wurde es immer schwieriger. Viele enttäuschte TYA-Fans hatten ihm sowieso nie verziehen und wandten sich anderen Interessen zu. Der "schnellste Gitarrist der Welt" (Sounds) verschwand mehr und mehr aus den Schlagzeilen und pausierte 1977 um eine neue Band vorzubereiten.

1978 erschien auch noch Alvin`s Solowerk  "LET IT ROCK" , sehr "laid back" gehalten, mit einigen interessanten Tracks wie  "Chemicals, chemistry, mystery and more"  oder  "Time to meditate" . ALVIN hatte sich für dieses Projekt den farbigen Superdrummer MARTIN SUSSWELL engagiert, der mit seiner exzellenten Arbeit diesem Album eine eigene Note verlieh. Weiters waren mit von der Partie: Alan Spenner, Bass und Zoot Mooney, Piano.

Nach drei Jahren der unterschiedlichsten und abwechslungsreichen Solo- und Sessionsprojekte hatte Alvin wieder "seine Band" gefunden. Er war mit dem fast alten Etikett "On the road again". Sein aus dem kochenden Hut voller Spitzenmusiker der Londoner Szene gezogenes Power-Trio mit  MICK HAWKSWORTH  (Bass) und dem begabten Muskeldrummer  TOM COMPTON (später dann bei Johnny Winter) taufte er unverschämt TEN YEARS LATER. Noch im selben Jahr legte er mit dem Titel  "ROCKET FUEL"  ein überzeugendes, vor Kraft nur so strotzendes Hardrock-Album vor (Musik Express). Sein Händchen für aufreizende Gitarrenthemen hatte er noch nicht verloren:  "Friday the 13.th"  oder  "Sombody callin` me", ein Rockbluesfeger allererster Güteklasse, zeugen davon. Kamerad Fingerflink war also nicht kaputt zu kriegen! (Musik Express). Dem Herrgott sei`s gedankt! Die hintergründig dahin schwitzende und in geilen Soundkaskaden einher furzende Rockgrooveperle  "The Devil´s Screaming"  (Des Teufels Gekreische oder für mich Des Teufels Spucke, wegen dem Sound) nicht zu vergessen. 

Das Folgealbum  "Ride on" , halb live (überschnell  "Ain`t nothin` shakin`" oder ein knochenhartes  "Hey Joe"), halb mit einfallsreicher Hardrock-Studioseite plus schönem Country-Reggae-Song  "Ride on, Cowboy"  promotete LEE auf zahlreichen Tourneen. Alvin begeisterte mit TEN YEARS LATER beim  ARD-Rock-Palast-Gig im TV . Das Video bzw. die DVD gibt es demnächst auch in Europa, schaut mal auf "amazon.de" rein.

Im Mai 1980 löste LEE seine TYL auf, um sofort mit der neu formierten  ALVIN LEE BAND  wieder auf Tournee zu gehen. Ab Herbst des Jahres folgten in unregelmäßigen Abständen bis 1988 die LP's  "FREE FALL"  (eine meiner Lieblings-LP`s der Nach-TYA-Ära, da ist alles drauf, was auf eine Rock-LP gehört, von harten Rennern, denen Tom Compton seine eigene Note verleiht, und zarten Blueshadern mit den einschmeichelnden Stimmen von Alvin Lee, Steve Gould und Mick Feat), dann  "RX  5"  ((1981) vom Sound her die Fortsetzung von Free Fall, mit einem flott dahin kochenden Running-Rock; dieser Song lebt von der grandiosen Double-Drum Tom Comptons, so You "Can`t stop" your feet) und  "DETROIT DIESEL"  (1987). LEE arbeitete damals mit den verschiedensten Musikern, alle stammten sie aus der obersten Spielklasse, und er machte auch in dieser Zeitperiode bald wieder Bekanntschaft mit, na mit wem wohl, mit: TEN YEARS AFTER.

Im Juni und Juli 1983 feierte der Londoner  Marquee-Club, seinerzeit noch in der Wardour Street in Soho, statt an der touristenträchtigen Tottenham Court Road, sein silbernes, 25-jähriges Rock ´n´ Roll - Jubiläum. Neben der Originalbesetzung der Manfred Mann Band, John Mayall´s Bluesbreakers, C,S,N&Y,  den Yardbirds u.v.a. stellte sich das TYA-Quartett am 1. und 2. Juli unverändert und vor allem mit völlig ungebremster Energie vor und dies an einem glühend heißen Sommertag, in der schweißtreibenden Marquee Club - "Sauna".  Natürlich geschäftstüchtig auf dem mehr als nur gepflegten, die von mir über alles so sehr geliebten Töne hinaus fetzenden Video  "Recorded Live at the Marquee on 1st July 1983"  für alle Ewigkeiten festgehalten.

Dieses Video erschien damals mit einem Cover in Europa, das die Probleme der großen Alten der Rockmusik in der damaligen Discozeit sehr gut verdeutlicht. Die Insider in den großen Plattenfirmen hatten sich verabschiedet oder waren in hohe Positionen aufgerückt, wo sie mit dem Vertrieb nichts mehr zu tun hatten. Dort war junger Nachwuchs am Werk, der nicht unbedingt dem Rock ergeben sein musste, dieser lief in den Plattenfirmen bloß nur noch so nebenbei, war ein gutes Zubrot. So konnte es geschehen, dass auf dem Cover nicht ein Bild von Alvin Lee präsentiert wurde, oder besser noch von TYA, was eigentlich selbstverständlich hätte sein sollen, da es sich ja um ein TYA-Konzert handelte und nicht um eine Solovorstellung unserer Primadonna, sondern ein Foto von Greg Lake (Emerson, Lake & Palmer), wie ich glaube. Ich konnte diesen Missgriff einfach nicht ansehen, so habe ich mir dann mein eigenes  Cover  zurecht montiert. Auf dem könnt Ihr einen nach dem  Marquee-Konzert ziemlich erschöpften, ausgepumpten, angeheiterten und schwer glücklichen Lothar sehen (hier ein paar Fotos vom  Konzert   auf meiner anderen Homepage). Das falsche Marquee-Video-Cover ist heute jedenfalls eine echte Rarität.

Trotzdem: Nach einigen großen Festival-Ereignissen, wie dem Rockfestival in Reading (mit BBC Friday Rock Show Session  "LIVE AT  Reading"    ebenfalls auf CD, wobei die echt geile, energiegeladene und im Mittelteil keyboardschwangere Version des CCR-Klassikers "Suzie Q" zu empfehlen ist), spätestens nach dem Megagig im Basler Rankweil-Fußballstadion, wo nach dem Konzertende, wie zum Abschied ein wunderschöner Regenbogen am Himmel stand, ließ BIG ALVIN seine TYA gleich wieder ruhen und verbrachte einen Teil der Achtziger Jahre in Henley on Thames auf seiner Huckenden Farm, einem beschaulich-grünen Ort westlich von Greater London, mit seinen Hausnachbarn Jon Lord, George Harrison, Garry Moore, Joe and Vicky Brown mit Tochter Sam Brown (eh schon wissen, oder) und Tony Hicks.

Der Purple-Orgler und die andere Rock 'n Roll - Familie mit dem still dahin slidenden Beatle, boten sich denn auch als "Thames Valley Gang" für Alvin`s sporadische Solo Alben an.

Aber neben den lockeren Sessions und Tourneen mit der ALVIN LEE BAND ließ die TEN YEARS AFTER - Legende dem Speedking keine Ruhe. Als der deutsche Promoter Rainer Hänsel der Original Woodstock Band 1988 vier große Festivals anbot, griffen die Altstars nach kurzer Rücksprache zu.

TYA sahen beim "Out in the Green - Festival" inmitten der 20.000 Besucher die ausgerollten "Welcome back" - Banner und "TEN YEARS AFTER FOREVER" - Transparente, entwickelten daher einen Schlachtplan: Ein neues Studioalbum, wie in alten Zeiten für Crysalis-Records, gefolgt von einer fünf monatigen Welttournee mit den wichtigsten Stationen durch die U.S.A., Europa, England, Japan und Australien.

In Memphis entstand dann in zehn Wochen Anfang 1989 das Studioalbum  "ABOUT TIME" , welches mit der Nummer 87 in den Charts einen Achtungserfolg in einem völlig veränderten Musikbusiness aufzuweisen hatte. "Highway of love",eine Nummer, bei der einen auf einer Sauftour schon mal der Teufel reiten kann (echt geil dahin treibend) und "Bad Blood", ein bassgroovendes Ding von einer Vieruhrfrühnummer, waren 1A x Milliarden Titel, aber die Produktion des Amerikaners Terry Manning (ZZ Top) verdeutlichte, dass die Zeit für die Veteranen stehen geblieben war. Sie vertrauten unverändert auf ihre sauber inszenierten Rockmuster und LEE'S Fingerprints.

Im Rahmen ihrer Konzerte in dieser Epoche ließen TYA 1990 in LEE'S Heimatstadt Nottingham ein eher mäßiges Live Video fertigen, welches auch als TEN YEARS AFTER  LIVE 1990  auf CD gepresst wurde.

1991 sah man die Blues-Herren bereits wieder auf einer Farewell World Tour, denn die Band spielt immer nur solange, bis der Spaß aufhört. Danach ging ALVIN LEE wieder einmal seine eigenen Wege.

Unter anderem unterstützte er den deutschen Sänger und Rockbarden Peter Maffay auf seinem Album "Liebe", spielte für ihn als Gastmusiker auch einiges an Live-Konzerten und TV-Sessions. Pure Fans vermeinten damals, jetzt sei er wohl wirklich den Hirntod gestorben.

Doch kurz darauf stellte er alles wieder klar und richtig. Er nahm 1992 seine nächste Solo CD  "ZOOM"  auf, wieder mit George Harrison und Jon Lord als Gäste, außerdem dabei: Bruce Springsteen`s Paradesaxler Clarence Clemons, Chuck Berry Drummer Richard Newman, sowie die LEE BAND-Mitglieder Alan Young, Steve Grant und Steve Gould.  "ZOOM"    wurde eine gediegene, stark am Blues orientierte, wenn auch von der Öffentlichkeit weit unterschätzte CD, (nach so vielen die Liederwelt des 20. Jahrhunderts verändernden Tonträgern kann das schon mal passieren), z.B. mit dem im Original-Berry-Sound der 50er-Jahre eingespielten Song"Jenny, Jenny", den besser als von Mark Knopfler inszenierten Gitarre-Vielseitigkeiten, wie z.B. im "Lost in Love" - Track, als auch dem sound- und textmäßig zukunftsorientierten Powerbolzen "Remember me" und dem Troubleshooter "Real Life Blues"!

"ALVIN LEE'S Boogie klingt nach verräucherter Kneipe und bei deftigem Rock' n Roll und Hardrock steigt der Woodstockstar zwischendurch auch kräftig aufs Gas." (Musik Express).

Auch bei der Ende 1993 veröffentlichten LP  "NINETEEN NINETY FOUR"   wechselten sich kantige Hardrocker mit sensiblen Blueseinlagen ab (Melody Maker), ohne allerdings die Klasse der früheren Arbeiten zu erreichen. Spitzennummern gibt es aber auch hier, wie "The bluest Blues" und das von den Radiostationen brav gespielte "My baby comes back to me".

Live gab es ALVIN LEE unvermindert weiter. RIC LEE spielte inzwischen mit SAVOY BROWN-Sänger IAN ELLIS die interessante Blues-Jazz-Rock & Reggae CD "MILAN" ein (1995), wo auch LEO LYONS und CHICK CHURCHILL in Freundschaft hilfreich mitwirkten.

Auch  LEO LYONS  hatte nun eine eigene Band:  "THE  KICK" mit  Tony Crooks  (Lead Vocals, Guitars), Andy Nye (Keyboards, Backing Vocals), abwechselnd Kex Gorin, Dave Dowle, Mark Price an den Drums. Man brachte 2 CD´s plus 1 Maxi-CD heraus, guter und melodiöser Hardrock, der auch  live   in den verschiedensten Ländern promotet wurde (Heartland (1992), Tough trip through Paradise (1994)). Zu diesem Zeitpunkt spekulierte der TYA-Bassist bereits seinen Wohnsitz in England zu verlassen, um künftig in Nashville als Produzent zu arbeiten, was er heute auch tut.

1994 folgte das ALVIN LEE BAND Album  "LIVE IN VIENNA" . Alvin bot darauf die gewohnt solide Gitarrenarbeit, aber ein seit zwanzig Jahren beinahe unverändertes Repertoire (Musik Express).

Ab 1997 gab's wieder eine Handvoll großer TYA - Open Airs, vor allem in Skandinavien und spektakuläre Shows in Brasilien. 

1998 folgte ein gigantisches Nostalgie Ereignis: TYA bei "A DAY IN THE GARDEN", das bedeutete drei Tage Musik in Bethel,  in der Nähe des Woodstock Schauplatzes, ein Coup ihres neuen Managers Ron Raineys. 

Weitere Open Airs und Auftritte dann 1999 in Europa (incl. dem Boogie Town Festival im belgischen Louvain la Neuwe) und wie sollte es anders sein, wieder einmal mit dem Bus quer durch Amerika bis ins Frühjahr 2000.

ALVIN LEE meinte hiezu lapidar: "Überraschungen darf man sich von uns keine großen mehr erwarten! Aber die Fans können die Originalmitglieder von 1969 sehen, im nahezu identischen Sound, denn wir versuchen nicht modern zu werden." Kurzfristig war auch wieder ein gemeinsames Album im Gespräch, aber der einstige LEE-Ausspruch "Lasst mich rocken, wie ich will!" (Bravo Titelblatt 1972) hatte bald wieder seine Gültigkeit. Es ging, wie schon früher so oft ums liebe Geld, bei dem die drei anderen meinten, dass ALVIN zu viel und sie zu wenig bekommen würden. Denn nur in den Sechzigern und Siebzigern hatten alle TYA-Mitglieder den gleichen Anteil an Arbeit, Geld und Erfolg. Mittlerweile forderte ALVIN bereits 70 % der ungefähr 30.000 US-Dollar-Gagen ein, während sich seine tapferen Mitstreiter zu Dritt mit den verbliebenen 30 % begnügen sollten oder mussten. Bei einem Konzert in Madrid im Mai 2000 hatte der Bassist LEO LYONS ob solcher Behandlung wieder mal die Nase gestrichen voll. Es kam zu einem heftigen Wortgefecht, welches in massiven Streit ausartete. "Alvin`s sprichwörtliche Gier und Selbstsucht haben TEN YEARS AFTER für immer entzweit", meinte LEO LYONS in einem Statement, aber auch ALVIN LEE will von neuen TEN YEARS AFTER-Projekten nichts mehr wissen. "Die Frucht ist restlos ausgequetscht." Wie oft TEN YEARS AFTER auch noch "in it for the money" zusammen kommen mögen, eines erscheint mir als gegeben: ALVIN möge erleichtert sein, dass sich die Band seinerzeit für den Taufnamen TEN YEARS AFTER entschieden hat und nicht für die 1967 andiskutierte Alternative: LlFE WITHOUT MOTHER!

Wie immer man diese jüngere Vergangenheit sehen mag, ALVIN LEE hat an allen wichtigen Plätzen dieses Erdballs gespielt und hält mit über 50 absolvierten US-Tourneen (im 57. Lebensjahr) einen einsamen Weltrekord! Soeben war er mit der ALVIN LEE BAND auf Europa Tournee, wieder einmal mit dem viel beachteten österreichischen Drummer ALVIN SCHREMPF, den der alte ALVIN liebevoll mit ALVIN SHANE internationalisiert hat. ("Alvin is great, we call him The Wizzard"). 

"Jeder der Alvin Lee einmal live erlebt hat, wird nie wieder vergessen, wie er spielt und wie lässig er dazu seine Ansagen macht. In seinem Kopf scheint sich ein vollständiges Lexikon aller, seit der Erfindung des Blues jemals verwendeten Riffs und Phrasen zu befinden, die er bei seinen minutenlangen Soloorgien fetzenweise im tolldreisten Durcheinander abspult. Über das Tempo mit dem seine Finger übers Griffbrett rasen, schütteln selbst die an der kalifornischen Geschwindigkeitsschule "GUITAR INSTITUTE OF TECHNOLOGY" ausgebildeten Speed Metal Freaks die Köpfe!" (Musikexpress). 

ALVIN LEE wird nie wieder in die Charts zurückkehren. Dazu ist er zu untrendy unterwegs, zu egoistisch, zu faul, zu gitarrengeil und zu bluesig. Hier ein Spruch, der sicherlich teilweise seine Berechtigung hat: 
"ALVIN LEE ist Scheiße, aber ich komme immer und immer wieder." (Ausspruch eines Fan im Münchner Circus Krone 1978). Ich habe den Kerl seitdem immer wieder gesehen, wenn ich hinter Lee & Band her gefahren bin und mir die jährliche Überdosis an Lichtgeschwindigkeits - Diddldiduddlditatatitü auf Deutschland-, Schweiz- und Österreichtournee abholte. Möge der Arme auch nach der erfolgten Jahrtausendwende weiterhin brav seine Tickets reservieren lassen, denn "IN A GOOD NIGHT I CAN GET IT!" (Originalzitat ALVIN LEE)

Abschließend möchte ich noch anfügen: Alvin hat mit seiner Musik und seinen rockenden Freunden der modernen Musik des letzten halben Jahrhunderts immens viel gegeben. Sämtliche TYA-Longplayer gehören zum Besten, das je auf Vinyl aufgenommen wurde. "In Flight", "Let it rock", "Pump Iron", "Rocket Fuel" und "Free Fall" sind eigenständige, unnachahmliche und einzigartige Beispiele der so vielseitigen Tonwelt dieser Zeit. Der große Rest der oben genannten LP`s und CD`s sind allesamt verdammt gute Tonträger, beschwingt, rockig, bluesig, manche Nummern sind jazzig angehaucht, mir (Lothar) persönlich ist die eine oder andere vielleicht zu rock ´n´ roll-lastig, die eine oder andere meiner Freundinnen war jedoch gerade von diesen begeistert (z.B. von Detroit Diesel). Es gibt keine schlechte Nummer darauf, man kann jedes Album durchhören, das kann sicherlich nicht jede große Band von sich behaupten. 

 

 

Somit bleibt mir, Lothar, der Lukys einzigartige Rockgeschichte für das WWW überarbeitet und ein wenig mit Statements und kleinen Einlagen ausgebaut hat, nur noch eines zu sagen: Danke Alvin. Thank you Alvin. Many, many Thanks, für all die vielen, vielen Stunden, die ich in Deiner angenehm stimmigen  Atmosphäre   verbringen durften, ob jetzt daheim in meinen 4 Wänden oder auf langen oder auch kürzeren Touren mit meinen großräumigen Japanerlimousinen, die ich so sehr liebe, weil sie kaum Ärger machen und standardmäßig toll ausgestattet sind oder gar live. Du hast mich begleitet, wenn ich gut drauf war. Du hast manche meiner zärtlichen Zusammenkünfte mit dem anderen, schöneren Geschlecht verdammt gut eingestimmt, insbesondere meine eigene Zusammenstellung Deiner langsamen Lieder auf Kassette, heute auf CD ("Alvin`s sade guitars for my lonely hours"), ist immer gut eingefahren. Nummern, wie die Weichmacher "Circles", All life´s trials", usw., waren immer wieder Anknüpfungspunkt für kuschelige Stunden.  Du warst bei mir, wenn mich ein depressiver, regnerischer Herbst mal aus dem Ruder und in die gewollte Einsamkeit geworfen hat. Du hast mich da aber auch heil wieder heraus geholt. Danke, Du warst einfach immer für mich da, wenn ich gerade irgend eine Art von Psychopower für mein Seelenleben brauchte, wie das bei einem guten Freund sein sollte, wenn auch nur in Deiner Musik und wenn Du wahrscheinlich auch null Ahnung davon hast, wie viele von Deiner Musik begeisterte Supernarren in dieser oft so gewalttätigen und manchmal auch langweiligen Welt herum geistern und für Dich glatt sterben würden. Für Luky und für mich wirst Du immer der "Alvin Lee" bleiben, der mit dem  Schlagstockstaberl  10 x bessere Solos spielen konnte, als dies vielen anderen berühmten Gitarristen möglich ist (Help me), der seine Bands live in ein dahin galoppierendes, ewig langes, wildes, die Hirnwindungen genüsslich zersprengendes  Soundfuriosum  führen konnte, um in der nächsten Sekunde in Harmonie zu enden (Good morning little schoolgirl, I can`t keep from cryin` sometimes , Love me 50.000 miles beneath my brain). Drum "liebe mich weiter mit Deiner Musik 50.000 Meilen unter meinem Verstand", denn ich fühle Deine Musik ganz, ganz tief in mir, in meinem Bauch, in meinen Beinen, in meinem Kopf, bis hinein in meine kleinen Zehen- und Fingerspitzen. Ich fühle Dich ganz tief in meinem Herzen. Musik war immer ein wichtiger Teil meines Lebens und Du somit auch. Ich hoffe, dass diese unsere Beziehung für immer bestehen bleibt, auch wenn Dir das wahrscheinlich völlig schnuppe ist, was Du so manchem armen Depp von einem Fan, wie mir, bedeutest.

Ich wünsche Dir und all Deinen Jungs, mit denen Du in den ehrwürdigen Tonstudios Deine herrliche Musik eingespielt und mit denen Du die Hallen zum Kochen gebracht hast, Alles, Alles Gute und ich wünsche Dir, und natürlich auch allen anderen Leebegeisterten und Leegeschädigten dieser Welt, dass Du das alles noch recht lange machen mögest. John Lee Hooker sitzt ja auch mit über 80 Jahren noch immer auf der Bühne und spielt sich und seinen Sehern und Hörern einen ab.

Viele schöne Jahre noch und Alles, Alles Gute wünscht

Lothar, Dein Gradwanderer zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit.

 

©  Copyright bei Lothar Krist und Luky Schrempf 

Alvin Lee Bio

Von: HRS28TYA@aol.com [mailto:HRS28TYA@aol.com]
Gesendet am: Freitag, 23. März 2001 00:15
An: Schrempf@posthof.at
Betreff: Re: Tourdates

Hi Luky, thanks very much for the tour dates!!  My "Alvin Lee & Ten
Years After - Visual History" book goes to the printer next week.  I will
send free copies for you and Lothar as soon as it is available.  I hope
there will be some other Lee fans in Austria and Germany who will buy this
book.
Keep Rockin' & Best Regards,
Herb

Wer Interesse hat, kann das Buch direkt beim Autor Herb Staehr bestellen
(siehe E-Mail-Adresse oben).

Links to other Alvin Lee - & TYA -Sites:

http://home.t-online.de/home/TStrube/TYA.htm

Japan Goin´ home - Izumi Tada´s Alvin Lee & TYA Homepage

http://ourworld.cs.com/_ht_a/tyadlm/

http://www.musicsearch.com/sotd/bin/vote.cgi?id=381504221